Rezension | Die Braut des blauen Raben - Mariella Heyd


Die Braut des blauen Raben |  | Mariella Heyd |
240 Seiten | Zeilengold | erschienen am 11. Oktober 2017
 Ebook: 3,99 €, Print: 12,99 € | Ansehen? Bei Amazon, beim Verlag
*Rezensionsexemplar

Weißt du wie man Liebe schreibt?

» Der Inhalt «

Dank der Hellseherin Manteia
sind die Raben und mit ihnen die Albträume seit Jahren aus dem Dorf verschwunden. Doch nach der jährlichen Hochzeitszeremonie fallen sie plötzlich scharenweise in Czarny Kruku ein und alte Ängste erwachen unter den Bewohnern. Sinnt der verlorene Junggeselle, dem man seine Braut Lobna vorenthalten will, auf Rache? Und was hat das alles mit der Rabenfrau Waleska zu tun? Voller Panik jagen die Dorfbewohner das Mädchen in die Wälder, ohne zu ahnen, welch dunkle Geheimnisse sich dort verbergen. 
Quelle: Zeilengold Verlag

» Das Fazit «

Weißt du wie man Liebe schreibt? Ein Buch über Verlust, Albträume und die Liebe.

Tatsächlich fällt es mir bei diesem Buch schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen.
Zunächst muss ich sagen, dass ich das Cover sehr schön gestaltet finde und total passend zum Inhalt. Dies kann ich jedoch nur bedingt über den Klappentext sagen, hat er mich doch zu Beginn des Buches mit einigen offenen Fragezeichen zurückgelassen, denn ich dachte zunächst, dass die Hellseherin unsere Protagonistin ist und freute mich dementsprechend auf eine ganz andere Geschichte.
Erst mit dem Einstieg in die Handlung ist mir dann klar geworden, dass Lobna die Protagonistin ist und nicht die Hellseherin, was mich zunächst ein wenig ins Stocken gebracht hat.
Nichts desto trotz ist mir der Einstieg ansonsten sehr leicht gefallen. Der Schreibstil ist flüssig wie düster und passt sich der Entwicklung der Handlung super an. Spätestens nachdem ich wusste, dass es eine polnische Legende erzählt und auch in Polen spielt, war ich hellauf begeistert.
Liest man von diesen Dingen doch reichlich wenig und vor allem die Raben haben es mir seit der nordischen Mythologie angetan.
Umso gespannter war ich hier auf die Umsetzung und ich wurde nicht enttäuscht, soviel sei gesagt.
Nach dem ersten Schock, dass Lobna und nicht Manteia die Protagonistin ist, war ich sogar recht dankbar dafür. Konnte ich Lobna doch von Anfang an in ihren Gedankengängen und Handlungen nachvollziehen.
Sie ist für mich jemand, für den Familie an oberster Stelle steht, jemand, der sein Päckchen still und leise trägt, ohne es an die große Glocke zu hängen, jemand, der viel gesehen hat und für sein Alter schon wirklich reif und erwachsen ist.
Aber auch jemand, der für andere einsteht und kämpft, gerade das hat sie in meinen Augen so stark gemacht, auch wenn sie zu Beginn de Handlung dem Frauenbild im Buch entsprochen hat.
Gerade diese Entwicklung, von der Frau, die ihrer Familie "hörig" ist und tut, was man ihr sagt zu jemandem, der stolz und kämpferisch ist, ohne eine Kriegerin zu sein, vermittelt eine tolle Message.
Manchmal muss man viele Hürden bewältigen, viele Berge erklimmen und Rückschläge einstecken, um sein eigenes Glück zu finden.
Gerade im Verlauf der Handlung wechselt das bedrohliche Gefühl zu einem Gefühl der Ruhe und Geborgenheit und das spiegelt sich auch in Lobnas Entwicklung wieder. Nachdem sie in den Wald gejagt wird, überschlagen sich die Ereignisse. Ein geheimnissvoller Fremder taucht auf und das Schicksal hat es wohl gut mit ihr gemeint.
Leider wusste ich ab der Stelle schon, wie sich diese Geschichte weiter entwickeln würde, was den Spannungsbogen ein wenig zerstörte, nicht aber die Handlung als solche, denn vor allem mit dem Ende hätte ich in der Form nicht gerechnet. Dies hält einige überraschende Wendungen bereit und auch die Raben werden noch eine bedeutende Rolle bekommen, die ich persönlich genial fand.

Alles in allem ist es für mich ein Buch, dass sich sehr gut für zwischendurch eignet, in meinen Augen jedoch leichte Schwächen hat.
Wett gemacht wurde dies jedoch durch die tolle Message des Buches und Lobna selber, die ich wirklich überzeugend und warmherzig fand. Vor allem aber konnte mich der Schreibstil mit all seinen Facetten beeindrucken.
Das Wechselspiel zwischen Liebe und Bedrohung ist hier wirklich gelungen.

Von mir gibt es dafür 4 von 5 Sternen

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