Dinge, die mich als Leser nerven | Teil I


Hallo Freunde, wir müssen reden.
Nun, eigentlich muss ich wohl reden, so von Face to Face ist das ja hier über das Internet nicht möglich.
Es gibt da so ein paar Dinge, die mich als Leser echt nerven, ich kann es leider nicht anders ausdrücken.

Aber betrachtet das Ganze bitte auch mit einem zwinkernden Auge, denn jeder macht das irgendwo irgendwie und in einem gewissen Maß ist es auch normal, aber...

Und genau hier setzen die Probleme an.

Jeder von uns beurteilt. Jeder von uns hat Gedanken im Kopf, wenn er irgendetwas sieht. Doch nicht alles muss immer laut ausgesprochen werden.
Kommen wir also zu den Dingen, die mich vor allem als Leser dazu bringen, die Augen zu verdrehen...

Der SuB/RuB oder auch Stapel des GRAUENS

"Also ich werde ja niemals verstehen, wie man einen solch hohen Sub haben kann. Für mich ist das Stress pur und ich kann das Lesen gar nicht mehr richtig genießen."
Richtig, DU kannst es nicht mehr genießen. Nur weil DU es nicht kannst, heißt es nicht, dass andere es nicht auch nicht können. Ich zum Beispiel liebe meinen Sub, auch wenn ich bis vor zwei Jahren noch keinen hatte. Ich liebe es, entscheiden zu können was ich lese und nicht darauf warten zu müssen, wann das große A das nächste Buch liefert, oder ich wieder in die Buchhandlung komme.
Andersherum kann sich jemand ohne SuB total wohl fühlen, weil er eben die komplette Entscheidungsfreiheit hat.
Hat man mit einem SuB dann weniger Spaß beim Lesen? Meine Antwort: Man sollte genauso viel Spaß haben. Ich sage bewusst sollte, denn es gab auch bei mir eine Zeit, bei der ich dachte: Wann willst du die Rezensionsexemplare alle lesen? Klar, baut das irgendwo einen Druck auf. Aber die Sache ist doch die: Lasse ich zu, dass dieser Druck mich so sehr belastet? Oder löse ich dieses Problem, indem ich es angehe und nur so viel anfrage, wie ich auch lesen kann? In dem ich mir Listen anfertige, um den Überblick zu behalten und einfach nacheinander die Dinge angehen zu können?
Und habe ich mal einen schwächeren Lesemonat, ja, dann ist es so.
Habe ich deshalb weniger Spaß am Lesen? Nein. Ich für meinen Teil habe meinen Umgang mit den Rezensionsexemplaren und meinem SuB gefunden. Und hat man das nicht, ja, dann stresst einen auch ein SuB.
Es gibt auch Leser, die tatsächlich keine ungelesenen Bücher zu Hause haben. Sagt man zu ihnen: Ihr seid aber keine richtigen Leser, weil ihr keinen SuB habt? Nein. Warum also umgekehrt einen Schuh daraus machen? Von dem eigenen Empfinden auf das anderer zu schließen ist zwar normal, aber dann ziemlich störend, wenn solche indirekten Vorwürfe entstehen.
Ich lebe mit meinem Sub ganz wundervoll und genieße jedes einzelne Wort - ganz ohne Stress und Zwang, weil ich meinen Weg gefunden habe. Also lasst doch bitte jeden so viele/wenige ungelesene Bücher haben, wie er oder sie möchte.

Wie man nur so viel lesen kann

"Ich weiß gar nicht, wie man so viel lesen kann. Also ich habe die Zeit neben (hier beliebige Tätigkeiten einsetzen) nicht."
Stichwort: Priorität.
Jeder von uns hat Verpflichtungen. Kinder, Arbeit, Haushalt, Freunde, Job, Blog, Fotos,..... Die Liste ist unendlich. Die Sache ist die. Während mir Sport, Uni, Gewerbe und meine Reitbeteiligung sehr wichtig sind, schaue ich abends lieber Serien, wenn ich tagsüber für die Uni und die Bachelorarbeit lese. Folglich schaffe ich im Schnitt weniger Seiten, als jemand, der Lesen zu seinem Hobby gemacht hat. 
Jemand, der immer und überall lesen kann, der seine Prioritäten anders verteilt hat, der vielleicht kein Pony und kein Gewerbe hat, dafür aber andere Verpflichtungen und Dinge, die im wichtig sind.

Manche lesen abends, anstatt wie ich Serien oder Filme zu gucken. Und während ich gerne mal nach der Uni  einen Mittagsschlaf halte (ja, ich werde alt, aber ich liebe mein Bett...), machen andere was? LESEN. Richtig. 
Ich lasse mich im Zug zum Beispiel auch gerne einfach nur berieseln, gucke aus dem Fenster und mache nichts. Andere: lesen.

Jeder entspannt anders, jeder setzt seine Prioritäten anders. Ich würde auch gerne mehr lesen und weniger am Handy hängen, oder weniger Serien schauen. Ich mache es aber nicht, weil mich das derzeit mehr entspannt, auch wenn ich Lust habe zu lesen.

Genauso wie jeder von uns Hausarbeit anders priorisiert, oder andere Dinge, die erledigt werden sollen. Die Einen gehen abends zum Sport und powern sich aus, die anderen lesen. Die Einen machen jeden Tag das Haus sauber, die Anderen lesen und machen die Hausarbeit vielleicht erst später.
Jeder hat andere Prioritäten, andere Interessen, die er neben dem Lesen noch wahrnehmen muss/möchte. Manchmal ist es auch die Arbeit, die super schlaucht, da hat man automatisch weniger Zeit.
Die Frage ist nur, wie man dann seine übrige Zeit neben den Verpflichtungen nutzen möchte. Diese freie Gestaltung zu kritisieren halte ich für sehr fraglich. Jeder nutzt diese Zeit für sich halt anders. Ob das deshalb gleich besser, oder schlechter sein muss?


Was ebenfalls hinzu kommt:

Die Lesegeschwindigkeit

Jeder hat ein anderes Lesetempo, was im übrigen auch gerne mal in dem Zusammenhang mit: Wie kann man so viel lesen? kritisiert wird. "Wer so schnell liest, der springt doch nur über die Wörter und genießt es doch gar nicht. Man kann sich an so vieles dann nicht mehr erinnern."
Letzteres mag in manchen Fällen durchaus zutreffen.
Es gibt Leute, die wirklich "nur" zum Spaß lesen, denen es zwar um den Inhalt geht, aber auch um die Unterhaltung. Quasi wie eine Talk Show. Es muss nicht alles hängen bleiben und das ist okay, denn jeder sieht auch Bücher als etwas anderes. Für manche sind sie Unterhaltung, für andere eine Sammelleidenschaft. Aber was alle teilen: Die Leidenschaft zu Büchern.
Wieso also vor allem etwas kritisieren, was eine fundamentale Einstellung ist?
Das ist genauso wie die Leute, die Pferde als ein Wesen sehen, dass man nicht reiten muss und die dann zu Reitern sagen: Das ist aber Tierquälerei. Okay, das war vielleicht ein semi optimales Beispiel, aber es verdeutlicht doch gut, dass die Einstellung und vor allem die Meinung eine wichtige Rolle dabei spielen, wie man selber Bücher (hier Pferde) wahrnimmt.
Und was haben wir bei Robert Corvus gelernt? Eine Meinung ist nicht kritisierbar und das münze ich auch auf so etwas um. Ich kann in der Hinsicht nur anderer Meinung sein, oder eine andere Sichtweise darauf haben.
(Super, Anna. Wie du vom Thema abgeschweift bist, Teil II, Entschuldigung und nun weiter im Text)

Kommen wir nun wieder zurück zur eigentlichen Thematik. Der Lesegeschwindigkeit.
Jeder hat ein anderes Tempo zu lesen. Manche lesen schnell, andere langsam. Jeder kann im übrigen lernen, schneller zu lesen. Letzten Endes ist es eine Fähigkeit, die andere besser beherrschen, als man selber.
Dazu kommt dann aber auch, wie schwer oder leicht ein Buch zu lesen ist. Welche Art von Büchern man bevorzugt liest und wie anspruchsvoll der Stil ist.  Als Beispiel Nevernight. Man muss sich hineinfinden, der Stil ist nicht einfach und folglich habe ich länger gebraucht, als bei Magie der Namen, deren Stil mich nicht weniger fesselte, aber einfacher zu verstehen und zu verfolgen war.
Bei Büchern wie Nevernight schaffe ich vielleicht keine zehn, sondern nur fünf Bücher. Habe ich Bücher, die sich einfach super weglesen ließen, sind es vielleicht auch mal zwölf.

Es gibt so viele Faktoren, die mit reinspielen, wie also kann man da auf "nicht genießen" schließen, nur weil jemand 14 Bücher im Monat gelesen hat?
Schnell lesen heißt nicht zwangsweise quer lesen, sondern einfach schnelleres erfassen. Wenn also jemand etwas schneller erfasst, genießt er dann weniger, oder versteht dann weniger? Nein. Erst, wenn er anfängt quer zu lesen, könnte das Ganze zu einem subjektiven Problem werden.
Aber von Schnelllesen lässt sich nicht zwangsweise auf nicht genießen schließen.

Das alles ist immer unter anderem eine Frage der Einstellung, der Meinung, der Schnelligkeit und der Zeit, die einem zur Verfügung steht und vor allem: Wie man Dinge priorisiert.


Ihr merkt also. Nicht immer ist alles so, wie man es gerne hätte und es gibt noch zig weitere Dinge, über die ich so reden könnte. Fragen, die irgendwann echt nerven, oder Aussagen, bei denen man einfach die Augen verdreht.
Und weil das sehr viel negatives Karma war: Eine virtuelle Umarmung wird gesendet.

Kommentare

  1. Eine virtuelle Umarmung zurück...ich kenn das eine oder andere..hab aufgehört mich darüber zu ärgern. Aber gut geschrieben.

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  2. Aaaaamen :D Ist doch eigentlich wie "Leben und Leben lassen". Also "Lesen und lesen lassen", Hauptsache man hat Spaß dabei. Mein Gott, mein SUB ist auch überdimensional, aber ich sitze seufzend davor - nicht aus Frust, sondern aus schlichter Freude.
    Jeder soll doch einfach das machen, das für ihn passt, solange damit kein Anderer verletzt/behindert wird.

    Und jetzt ess mal lieber mehr, anstatt zu bloggen. (SPASS!!!! Wollte nur dieses Klischee noch mit einbringen :D)

    Fühl dich gedrückt <3
    Liebe Grüße
    Kiddo

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  3. Hallöchen :)

    Ein ganz toller Beitrag, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!
    Vor allem das Problem mit der Zeit zum lesen kenne ich nur zu gut. Wie oft ich mir schon anhören durfte, wo ich meine Zeit zum lesen oder zum bloggen hernehme. Und dann denke ich mir: Leute versteht doch einfach, dass das Lesen und das Bloggen für mich ein Ausgleich zum Alltag ist. Dabei kann ich entspannen und einfach mal den ganzen Stress und vielleicht auch Sorgen vergessen.
    Nur oftmals fehlt einfach nur das Verständnis der anderen.. sehr schade :(

    Liebe Grüße,
    Svenja Feierabend vom Blog "Lesemärchen"

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  4. Super Beitrag liebe Anna!
    Ähnliches hatte ich ja schon bei "Sätze, die ich/wir nicht mehr hören kann/können" angesprochen, aber man kann es gar nicht oft genug sagen.
    Das sind wirklich so Dinge, die man gerade als Vielleser ständig hört/liest und vermutlich wird sich das auch leider nicht ändern.
    Wie du oben schon angemerkt hast kommen solche Fragen immer nur einseitig, niemals würde man sagen "Wie kann man so wenig/langsam lesen? Das ist gar kein richtiges Lesen" oder "Wie kann man keinen SuB haben? Völlig Banane!", weil es einfach beknackt wäre. Ebenso wie niemals tätowierte Menschen über untätowierte urteilen, nur andersherum. Beknackte Welt.

    Liebe. <3

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