Rezension | Winterseele: Kissed by Fear - Kelsey Sutton



Winterseele | Kissed by Fear | Band 1 | Kelsey Sutton |
352 Seiten | Ravensburger Verlag | erschienen am 19. April 2017
 Print: 12,99 €, Ebook: 9,99 € | Kaufen? Bei Amazon, beim Verlag
*Rezensionsexemplar

Wenn Angst und Dunkelheit aufeinander treffen und ein Mädchen dazwischen steht, die nichts fühlen kann, treffen Mächte aufeinander, von denen niemand etwas auch nur ahnt.

» Der Inhalt «

Niemand
weiß, dass Elizabeth Caldwell die Gabe besitzt, Gefühle in menschlicher Gestalt zu sehen. Sehnsucht, Mitleid, Wut - sie alle halten sich von Elizabeth fern, denn sie zeigt als einzige Sterbliche keine Reaktion auf ihre Berührung. Allein der Angst und Schrecken verbreitende Fear wird bei ihr schwach. Er ist besessen davon herauszufinden, welche Macht Elizabeth zu dem gemacht hat, was sie ist ...
Quelle: Ravensburger Verlag

» Das Fazit «

"Man kann keine Antworten von jemandem verlangen, der die Wahrheit nicht kennt." (Seite 55)

Es gibt Dinge im Leben, über die hat man nie nachgedacht. Gefühle waren immer da, sind ein Teil von uns, doch was ist, wenn eben diese Gefühle fehlen?

Tatsächlich ist mir der Einstieg in dieses Buch unfassbar leicht gefallen. Ich fand Elizabeth genau wie Fear von Anfang an faszinierend, doch klar war, dass sie als "Sonderling" nicht nur positive Gefühle auf sich aufmerksam macht und genau das hat mir richtig gut gefallen.
Wir lernen Elizabeth als gefühlloses Wesen kennen, das zu keiner wirklichen Emotion im Stande ist. Sie kann nur so tun, als ob sie etwas fühlen würde, doch genau das wird ihr zum Verhängnis. Nicht nur ihre einzige Freundin verliert sie, es steht eine ganze Zukunft auf dem Spiel, dessen Vergangenheit sie nicht kennt und alles scheint zu einer einzigen Person zu laufen, deren Gesicht jedoch im Schatten liegt.
Allein diese Idee, Gefühle ein Gesicht zu verleihen fand ich unfassbar bewegend. Was wäre, wenn es wirklich so wäre? Niemand weiß wie es ist, ohne Gefühle zu leben und die anderen Gefühle aber zu sehen.
Ob es anders wäre? Ob es genauso wäre wie im Buch beschrieben? Ich habe keine Antwort auf all meine Fragen, doch ich muss sagen, dass ich Buch und Idee wirklich überzeugend fand.
Vor allem Elizabeth und Fear, die scheinbar eine gemeinsame Vergangenheit zu haben scheinen, fand ich als Wesen total faszinierend, ich wollte mehr wissen, mehr erfahren und bin in diese düstere, traurige Stimmung eingesogen worden.
Die Entwicklung, die Elizabeth durchmacht, die Stimmung, die sich im Stil mit anpasst, all das hat es zu etwas Lesenswertem gemacht, da der Leser wirklich spürt, wie sich etwas in ihr zu verändern scheint und doch nicht dahinter kommt, was es ist.
Schade fand ich nur, dass man an Anfang schon gemerkt hat, dass sich etwas in ihr verändern wird, da die Autorin einen Weg zwischen gefühllos und dem wählen musste, was sie dem Leser vermitteln will. Ergo, im Leser selbst werden genau diese Gefühle hervorgerufen, die Elizabeth kalt lassen, weshalb man häufig dazu neigt, ihr eben diese anzulegen, auch wenn sie sie selber gar nicht fühlt und dann kommt es manchmal zu komischen Momenten, in denen sie dann kaltwarmherzig wirkt (NEOLOGISMUS YEAH). Sie beschreibt etwas neutral, und man selbst hat die Gefühle dazu, von denen man denkt, dass sie sie ja auch haben müsste, dann zeigt sie eine Gefühlsregung, man merkt aber, dass sie nicht echt ist und genau das sorgt manchmal für eine Art beklemmendes Gefühl, weil man nicht weiß, was seine Gefühle sind, was ihre und was sie letzten Endes wirklich fühlt
Ich fand es genial, doch genau das kann wiederum auch ein Manko am Buch sein, denn man muss diese Erzählweise verstehen, um zu wissen, was sie fühlt und was die eigenen Gefühle sind.
Lässt man es zu, wird man wirklich eins mit der Story, erlebt alles aus der Sicht des Erzählers, ohne den Bezug zu verlieren, entdeckt die dunklen Geheimnisse und die Magie, die in jedem Gefühl schlummert. Es geht nicht so sehr darum, wie Elizabeth zu sein, sondern sich selbst in die Lage zu versetzen zu verstehen wie es wäre nichts zu fühlen und genau diese Gradwanderung hat die Autorin in meinen Augen grandios gemeistert.
Doch kann auch genau das manchmal eben für Verwirrung sorgen, weshalb ich denke, dass es nicht für jeden etwas ist.
Es ist düster, magisch und auch irgendwie einsam.
Es vermittelt das Gefühl, auf der Suche nach dem Zuhause zu sein, dass Elizabeth nie hatte.
Es vermittelt, dass man vor seiner Vergangenheit nicht fliehen kann und verdrängen keine Lösung ist. Genau das verzögert alles nur, löst aber keine Probleme.

Für mich ein ganz klarer Favorit in diesem Monat/im Letzten. Ich kann es allen wärmstens empfehlen, die sich auf diese Reise mitnehmen lassen wollen. Auf eine Reise voller Gefühle und einer Angst, die man so niemals erwartet hat.

Kommentare

  1. Ich so: scheisse, brennen ihre Haare? :-D

    Liebe Anna,
    eine schöne Rezension zu einem sehr besonderen Buch.
    Ich mochte es auch richtig gerne, es war mal etwas anderes.
    Die Entwicklung konnte mich mitreißen.
    Hast du auch die Zusatzstory gelesen? Am Ende des Buches gabs ja so n QR Code.
    (In deiner Rezi steht dazu glaube ich nix, oder ich bin blind. Vielleicht schreibst du mir das mal privat, ich sehe hier ja nie Antworten und gucke erst Jahre später :-D )

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  2. Hallo Anna,
    Danke für die schöne Rezension :) Ich habe "Winterseele" noch ungelesen im Regal stehen aber möchte es mir so bald wie möglich vornehmen. Das Buch klingt einfach klasse. Auf der LLC habe ich die Autorin auch kennenlernen dürfen und sie ist einfach so süß. Anders kann man sie gar nicht beschreiben.
    Liebe Grüße
    Franzi

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