Rezension | Shadow Dragon: Die falsche Prinzessin - Kristin Briana Otts


Shadow Dragon | Die falsche Prinzessin | Band 1 | Kristin Briana Otts |
397 Seiten | Oetinger | erschienen am 25. September 2017
 Ebook: 14,99 €,Print: 18,99€ | Kaufen? Bei Amazon, beim Verlag
*Rezensionsexemplar

Wenn Drachen auf eine Kriegerin aus Japan treffen, die Drachen wirklich Drachen sein dürfen und die Worte nur vor Magie wabern, kann es sich nur um Shadow Dragon handeln.

» Der Inhalt «

Vier Königreiche, ein mächtiger Drache und eine mutige Kämpferin:
Folge dem Ruf des Shadow Dragon! Als Onna-Bugeisha kennt Kai nur Disziplin und Gehorsam. Das Leben der Kämpferin erfüllt nur einen Zweck: Prinzessin Noriko zu beschützen. Das ändert sich, als Kai nach einem Attentat auf die Prinzessin in deren Rolle schlüpfen muss. Allein in der intriganten Welt der Mächtigen und Reichen, lernt sie nicht nur Prinz Enlai, sondern auch den Drachenhüter Jao kennen. Nur kann sie ihnen wirklich trauen? Und soll sie dem Ruf des sagenumwobenen Shadow Dragon folgen, zu dem sie eine geheimnisvolle Verbindung zu haben scheint?
Quelle: Amazon.de

» Das Fazit «

Es ist, als könnte ich den Ruf des Drachen hören. Das Pochen seines Herzens, die Erzählungen einer Stimme, die ich nie hören dürfte, die Magie in seinem Sein.
Es ist, als wäre ich Kai gewesen, als wären wir Eins.

Als ich dieses Buch zum ersten Mal in den Händen hielt und den Klappentext gelesen habe, konnte ich mir alles und nichts darunter vorstellen. Kurz zuvor hatte ich ein anderes Drachenbuch gelesen, das mir wirklich gut gefallen hat, wie sollte ein anderes Drachenbuch da anknüpfen?
Tatsächlich hat der Shadow Dragon das geschafft und mich überzeugt, eines meiner besten bisherigen gelesenen Drachenbücher zu sein.

Bereits zu Beginn lernt man als Leser Kai innerstes Wesen kennen, ehe sie zu einer Onna-Bugeisha, einer japanischen Kriegerin, wird, die nur Befehl und Gehorsam kennt. Genau so ist auch der Anfang gehalten. Streng, gebieterisch und Disziplin und Gehorsam stehen an erster Stelle. Ihre oberste Aufgabe ist es, die Prinzessin zu schützen und genau das spiegelt sich in der Erziehung und ihrer Denkweise wieder - ein toller Kontrast zum weiteren Verlauf des Buches. Denn nach einer tollen Wendung im Buch muss Kai den Platz er Prinzessin einnehmen. Ihr bleibt nur wenig Zeit, um sich in dieses Leben "einzuarbeiten". Unfassbar toll fand ich an dieser Stelle, wie echt und realitätsnah die ganzen Gedanken von Kai waren, denn gerade sie zeigt uns, dass das einfache Volk nicht ein Mal ansatzweise ahnt, wer wirklich die Macht im Land besitzt.

"Wer hat die Macht, kleine Kai?" [...] " Der, der den Thron besitzt, oder der, der das Schwert hält?"
Zitat Seite: 110
Ich hatte das Gefühl, wie Kai zu sein, oder sie wie ich. Das Streben nach dem, was man eigentlich sein möchte und nicht sein kann. Das Gefühl der Enge, weil man jemand sein muss, der man nicht sein will und dann gibt es dort noch den sagenumwobenen Shadow Dragon, der zu erkennen scheint, welch Spiel gespielt wird.
Je mehr passiert, je mehr sich Kai in diese Situation verstrickt, umso tiefer wird sie in den Sog von Intrigen, Machtspielchen und der eigentlichen Wahrheit hineingezogen.
Wem kann sie noch trauen?
Ich bin einfach unfassbar sprachlos von dieser Entwicklung. Es gab Momente in denen ich dachte: Bitte lass es so passieren und im nächsten Moment kam eine Wendung, die alles nur noch toppte.
Die Drachen in diesem Buch sind keine verhätschelten Schoßhunde, sondern Drachen voller alter Magie und Macht. Diese Drachen sind weise und allein über die Worte hatte ich das Gefühl, dass die Magie in jeder Faser meines Körpers spürbar war.
Kais Furcht war meine Furcht, Kais Verstehen, war mein Verstehen. Es gab kein sie, oder ich, es gab nur ein wir und genau das hat dieses Buch so unfassbar lebendig werden lassen.
Sie kämpft für ihre Ansichten und muss trotz allem den auferlegten Zwängen irgendwo treu sein.
Sie trifft auf zwei ziemlich heiße Männer, wobei Enlai auch den höfischen Zwängen ausgesetzt ist und man bis zum Schluss nicht weiß, ob er für oder gegen einen ist, gerade da hat dem Ganzen die richtige Würze gegeben. Und dann ist da noch Jao, ach Jao. Was würde ich dafür geben, wenn du echt wärst... ich würde dich nie wieder hergeben.

Insgesamt bin ich restlos begeistert. Ich liebe Drachen seit Talon ja eh, aber dieses Buch hat die Sichtweise noch ein Mal so verändert, dass die Messlatte hoch liegt. Sehr hoch. Ich weine einfach in meiner Ecke, bis Band 2 kommt und bin nach diesem Ende wirklich gespannt auf mehr.
Wer Drachen mag und sich ein wenig mit der japanischen Kriegskunst beschäftigen will, sich auf ungeahnte Wendungen bereit macht und sich auf die Stimmung in diesem Buch einlässt, der wird ein einzigartiges Lesevergnügen erfahren. 

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