Rezension | Nisha und die Macht der Schatten - Ambros Chander


Nisha und die Macht der Schatten | Band 1 | Ambros Chander | 340 Seiten | Spler | erschienen am 27. April 2017 | Ebook: 4,99 €, Print: 12,99 € | Ansehen? Bei Amazon
*Rezensionsexemplar

Eine alt bekannte Geschichte - Licht vs Schatten und doch neu und liebevoll gestaltet, auch wenn sie leichte Schwächen aufwies.

» Der Inhalt «

"Es ist Zeit, zu gehen!"
Immer wieder hört Katja diesen Satz, wenn sie auf den Schatten trifft. Aufgewachsen im Kinderheim, ist ein altes, handgeschriebenes Buch ihr größter Schatz und die einzige Verbindung zu ihren Eltern. Als ihr sechzehnter Geburtstag näher rückt beginnt es: Katja wird verfolgt, von einem Schatten. Menschen in ihrer Umgebung verunglücken, verschwinden, sterben. Auch diejenigen, die das Mädchen zu kennen glaubt, führen anscheinend ein Doppelleben. Nicht nur die Hüter des Lichts treten in ihr Leben, sondern auch die Schattenkrieger. In ihren Träumen trifft sie auf die geheimnisvolle Nisha. Wem kann sie noch vertrauen? Am Ende muss Katja sich entscheiden - zwischen Licht und Schatten. Oder gibt es für sie doch noch einen anderen Weg?
Quelle: Amazon.de

» Das Fazit «

Zunächst muss ich wohl sagen, dass ich von alleine auf dieses Buch nicht aufmerksam geworden wäre, hätte man es mir nicht als Rezensionsexemplar vorgeschlagen.
Das Cover spricht mich leider so gar nicht an, aber wie sagt man so schön - don´t judge a book by looking at its cover.

Davon abgesehen hatte ich zu Beginn wirklich einige Differenzen mit dem Schreibstil. Es klang zunächst alles nach einer Art Aufzählung, was mir den Einstieg wirklich nicht sonderlich leicht gemacht hat. Insgesamt hätte ich mir im Schreibstil mehr Emotionen und Details gewünscht, denn so blieben vor allen diese bei den Charakteren doch eher oberflächlich und so richtig eine Verbindung zu den Charakteren wollte sich auch nicht aufbauen lassen, was ich sehr schade finde, da ich echt Potential in dieser Geschichte sehe.
Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt, dem Inhalt. Ein Kampf zwischen Licht und Dunkelheit und ein Mädchen zwischen den Fronten, das nicht weiß, wohin es gehört. Träume, die keine zu sein scheinen und dunkle Geheimnisse, die über allem lasten. Als dann auch noch Menschen in ihrer Umgebung verschwinden und sterben, ist das Chaos perfekt. Was ist Katja wirklich und wie wird sie sich entscheiden?
Auch hier muss ich sagen, dass ich bedeutend mehr bekommen habe, als ich erwartete. Der Konflikt zwischen "Deutschen" und "Ausländern" wurde hier versucht aufzugreifen, ja, versucht, da ich auch hier finde, dass es an Tiefe gefehlt hat. Am Anfang noch so oft betont, dass sie kein Kopftuch tragen und mit einem Mal war es dann kein Thema mehr - gerade hier hätte ich sehr gerne mehr gelesen, aber genau das ist ein gutes Beispiel dafür, was ich mit: es fehlt ab und an an Details, meine.

Der Krieg zwischen Licht und Dunkelheit greift bedeutend weiter, als ich geahnt hätte und je weiter die Handlung voran schritt, desto mehr wurde ich als Leser in die Story hineingezogen.
Erschien es mir anfänglich alles sehr oberflächlich, machte die Autorin hier eine 180° Wendung und der Schreibstil wurde flüssiger, es kam das Gefühl auf, dass ich die Figuren vielschichtiger kennen lernen würde.
Die Fäden, die zu Beginn nur lose miteinander verbunden waren, verfestigten sich. Der Leser erfährt, was es mit den Schattenkriegern auf sich hat, wofür der Schatten steht und was Katja, die Protagonistin, ist.
Und genau diesen Spannungsaufbau möchte ich hier noch ein Mal betonen. War es zunächst eine eher holprige Fahrt durch das Buch, gelang der Autorin hier der Absprung zu einem Spannungsbogen, der damit einsetzt, dass Katja immer wieder "Es wir Zeit, zu gehen!" hört. Irgendwie fand ich das gruselig und faszinierend. Die Träume, die sie hat, sind so lebendig und ja, da habe ich meine Details bekommen. Ich würde fast wagen zu behaupten - dass das ein wunderbarer Kontrast zwischen dem eintönigen Leben und der fantastischen Welt ist, in die die Protagonistin eigentlich gehört.
Je mehr sich diese Welten vermischen, je mehr Katja erfährt, desto detaillierter wird auch die reale Welt und das ist mir erst wirklich im Verlauf der Geschichte klar geworden.
Denn dadurch werden auch die Figuren in sich runder, die Story bekommt Ecken und Kanten, nicht alles ist so, wie es scheint.

Insgesamt ist es für mich eine sehr süße Geschichte, mit viel Potential, das noch ausgeschöpft werden kann. Eine Geschichte, die ich für zwischendurch auf jeden Fall empfehlen kann, wenn man die Klischees vom Kampf von Licht gegen die Dunkelheit mag und auch Ansätze gesellschaftlicher Kritik vorfinden möchte.
Es lässt sich in der Hinsicht ansonsten wirklich leicht und flüssig lesen.
Von mir hätte es jetzt 3,5 Sterne bekommen. Da ich aber keine halben Sterne vergebe, gibt es hier an dieser Stelle nun 4 mit leichtem Abschwung, da ich finde, dass dieser Geschichte ein wenig mehr Tiefe, im Sinne von Details, gut getan hätte, um die Emotionen, die Handlung und die Entwicklung wirklich zu transportieren.
Ich bin gespannt auf mehr.

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