Was zum Spoiler?

Wurdest du schon einmal gespoilert? Hast du wegen eines Spoilers ein Buch nicht zu Ende gelesen? Oder habt ihr nichts dagegen?
Das möchte heute Bücherfresserchen in der neuen Montagsfrage wissen, die ebenfalls von ihr gehostet wird.

An dieser Stelle möchte ich zunächst auf einen sehr interessanten Artikel von Nicci von Trallafittibooks verweisen, die über die Spoilergefahren geschrieben hat und der irgendwo auch Anlass ist, mich damit ein wenig genauer zu beschäftigen.
Genau wie Nicci, möchte ich zunächst ein Mal den Begriff Spoiler ein wenig definieren.

Aus dem Englischen stammt to spoil und bedeutet so viel wie „etwas verderben“. Ein Spoiler ist demnach im Deutschen eine Spielverderberinformation. Es geht also um eine Information, die wichtige Handlungsdetails einer Fernsehserie, eines Films oder eines anderen beliebigen Mediums vor dem Anschauen beziehungsweise Lesen einer anderen Person bekanntmacht.
Doch was genau versteht man jetzt unter einem Spoiler? Ist es schon ein Spoiler, wenn der Schreiberling nur erwähnt, dass er die Figur aufgrund seines Auftretens nicht mochte, oder man angetan von der Handlung war? Oder definiert sich ein Spoiler dadurch, dass wesentliche Handlungsstränge wie: Sie sterben alle! verraten werden?

Dort gehen wohl die Meinungen auseinander. Je nachdem wie man den Spoilern gegenüber eingestellt ist, empfindet man auch andere Dinge als Spoiler. Jemand, der gar nichts über den Inhalt und die Figuren wissen will, empfindet allein die Charakterzüge als Spoiler, während hingegen andere lediglich die Wiedergabe des Inhaltes als Spoiler definieren.
Allein hier zeigt sich, dass die Meinung über Spoiler deutlich auseinander gehen.
Wo aber fangen sie an und wo hören sie auf?
Haben sie vielleicht sogar einen Nutzen?

Wer unfreiwillig gespoilert wird, sei es nun durch den Klappentext, eine Rezension oder ein Gespräch (siehe dazu Trallafittis Beitrag), reagiert zunächst erst einmal ungehalten.
Das Augenmerk sollte hierbei auf dem unfreiwillig liegen, denn wer sich selber spoilert, in dem er zum Beispiel über eine Spoilerwarnung hinweg, oder die letzten Kapitel eines Buches zuerst liest, der ist wohl selber schuld.
Oftmals kann man aber genau das nicht beeinflussen. Der Klappentext nimmt wichtige Informationen vorweg, oder eine Rezension beschreibt DEN Plottwist, dass alle sterben? Herzlichen Glückwunsch, Sie wurden gespoilert und das ganz ohne ihr zutun.
Denn genau hier greift die Zwickmühle.
Ein Buch kauft man häufig nicht ohne ein Blick auf das Cover, oder den Klappentext. Gewiss gibt es Bücher und Autoren, bei denen man bedenkenlos zuschlagen kann, deren Bücher man kauft, ohne zu wissen worum es geht, geschweige denn den Klappentext gelesen zu haben, aber das ist dann doch eher die Ausnahme.
Eine Zwickmühle, wenn man aber nicht gespoilert werden möchte und den Klappentext lesen müsste, um zu wissen, ob dieses Buch etwas für einen ist.
Hier möchte ich die Worte von Nicci aufgreifen: Weniger ist manchmal mehr. Vielleicht nicht ganz so wenig, wie bei "Das Juwel", bei dem ich so gar keine Vorstellungen von dem hatte, was mich erwartet und ich an etwas ganz anderes gedacht habe, als ich letzten Endes dann bekam, aber auch nicht so viel, dass man das Gefühl hat, den Inhalt zu kennen, ohne das Buch gelesen zu haben.
Die Mischung macht es.
In eine Inhaltsangabe gehören für mich keine Beschreibungen dessen, was passieren wird, oder welche Dreiecksbeziehung dort angefangen wird, wenn dieser dritte Protagonist erst zum Ende des Buches auftaucht.
Die wesentlichen Dinge, ohne zu viel vorweg zu nehmen, aber neugierig auf das Buch zu machen. Ich bin ja Fan von: Doch auch die dunklen Mächte sind nicht fernab des Weges... (Klischeee, ja, ich weiß. Aber ein Beispiel dessen, was nicht spoilert und sagt: ANTGONIST... nun, man könnte auch schreiben: Achtung, heißer Antagonist für jeden Bücherling!... aber ob das so ansprechend ist, ich weiß ja nicht).
Ich persönlich lese immer alle Klappentexte, weil ich wissen will, um was es geht und ich muss sagen, dass mich Spoiler dort gar nicht mal so stören. Gut, wenn jetzt jemand schreiben würde: Am Ende sind sie alle tot, wäre das ein extremer Spoiler, allerdings würde ich mich dann fragen: WARUM?
Mich machen solche Anspielungen in Klappentexten, oder auch Covern, neugierig. Ich nenne an dieser Stelle kein Beispiel für Cover, denn das wäre wiederum ein Spoiler und das möchte ich euch nicht antun. Ich bin da echt ein Opfer von Anspielungen. Betonung: Anspielungen. Wäre jetzt ausformuliert, warum sie sterben, nun, dann wäre sogar ich genervt.

Das richtige Maß zu finden, ist hier also etwas schwierig. Genau das zieht sich auch häufig durch Gespräche. Auch, und vor allem, auch auf Whatsapp.
Hat jemand xyz gelesen, oder wie fandet ihr xxx? Sind dort wohl beliebte Fragen. Auch im realen Leben freue ich mich immer wieder über buchige und Serien-/Filmdiskussionen.
Manchmal sind Leute aber so im Eifer des Gefechtes, dass sie häufig Dinge vorwegnehmen, die man selbst vielleicht noch gar nicht gesehen haben. Ein Beispiel wäre hier "Tote Mädchen lügen nicht". Wer hier den Leuten die Dinge auf den Kassetten vorweg nimmt, ohne das diejenigen das Buch oder die Serie gelesen/gesehen haben, nimmt hier ein Stück weit die Spannung oder die Betroffenheit. Gerade weil man es nicht wusste, wurde man so bewegt (oder eben nicht bewegt) und das fällt mir auch häufig in Rezensionen, oder Gesprächen auf.
Es werden Dinge vorweggenommen, die den Leser, hätten sie es nicht gewusst, überrascht hätten.
Wenn ein Buch normal anfängt, ein  Young Adult sein könnte, und dann aber den Plottwist mit DER Mythologie enthält, dann sollte man vielleicht nicht sagen: Hey, weißt du, in Buch xx spielt sogar die griechische Mythologie eine super wichtige Rolle und am Ende sind sie alle deshalb tot.
Mhm, ja, okay, vielen Dank für diese Information, jetzt bin ich nicht mehr ganz so gefesselt vom Buch - Spoiler, die man selber nicht kontrollieren kann, weil die Vorwarnung fehlte.
Am einfachsten vorzubeugen mit einem einfachen "Spoilerwarnung" oder "Hast du xxx und xyz schon gelesen?" oder "Wie weit bist du denn? Damit ich dich nicht spoiler."
Denn unfreiwillige Spoiler sind nicht cool, gar nicht cool, wenn man sie sich nicht selber zugefügt hat.
Wenn jemand sagt: Lies den Klappentext nicht, weil er spoilert, dann ist man irgendwo selber schuld, wenn man es tut. Wenn jemand vor eine Rezension schreibt: Spoiler, dann ist man auch hier selber schuld, wenn man es liest.
Wichtig ist hier nur, dass man sich als Schreiber des Textes immer bewusst sein sollte, dass ein Außenstehender auf diesen Text guckt, der das Buch nicht kennt und angeregt werden möchte, es zu kaufen und nicht den Text liest, um den Plottwist zu kennen, oder gar zu wissen, welches Ende das Ganze nimmt.
Wer also schreibt, das Ende hat mich vollkommen überrascht, ist immer auf der richtigen Seite.
Anders ist es allerdings, wenn man gespoilert werden will.

Mir hilft so etwas vor allem dann, wenn ich nicht weiß, ob Buch xxx etwas für mich ist. Dann frage ich Leute, von denen ich weiß, dass sie das Buch gelesen haben, worum es dort genau geht und auf was ich mich gefasst machen muss - herbeigeführte Spoiler.
Mich macht so etwas dann häufig neugieriger auf das Buch, weil ich so erfahre, was mich erwartet und dann merke: Ist mein Buch, ist nicht mein Buch. Es geht ja gar nicht mal darum, das Ende zu verraten, sondern mehr so Dinge wie: Du kannst viel Sex, Erotik und nackte Haut erwarten. Dreiecksbeziehungen und einen Tod der besten Freundin, der aber Sinn macht. Oder explizite Szenen, von denen ich eventuell abgeschreckt sein könnte, ein Mal genauer zu beleuchten.
Häufig sind genau das Dinge, die mich dazu bewegen das Buch zu kaufen.
Die Betonung liegt hierbei aber auf herbeigeführt.
Wenn ich mir unsicher bin, tausche ich mich zum Beispiel auch anders mit meinen Mädels aus.
Da schreibt man dann etwas wie: Ich fand das Buch hammer, weil der Plottwist einfach so unerwartet war und die dunklen Kräfte nun wirklich ein sexy Gesicht tragen, oder der Protagonist so herrlich unproblematisch ist, dass ich ihn gerne als besten Freund hätte, oder: Das Buch umfasst Themen, die so ernst und zeitnah sind, dass es die Handlung mit alter Magie und aktuellen Themen verknüpft, was mich bewegt hat.
- Neugierig machen, ohne wirklich viel zu verraten, oder zu spoilern, wenn man nicht spoilern möchte, oder der andere nicht gespoilert werden will.
Phänomen hier: Umschreibung von Dingen, die man sagen will, ohne sie zu sagen. 
Und das ist, denke ich, die Kernaussage des Ganzen.
Ich lese zum Beispiel auch letzte Kapitel, weil ich wissen muss, ob Person x noch lebt. Eine Marotte, die mich nur ein einziges Mal zu Fall gebracht hat, da habe ich das Ende vom zweiten Band der Tigerreihe gelesen und konnte erstmal nicht mehr weiterlesen, weil mich dieses Ende wirklich verstört hat. Ich habe, glaube ich, erst ein Jahr später von vorne begonnen.
Ich lasse mich auch gerne bewusst von anderen spoilern, ja, zum Teil bitte ich sogar darum, weil ich mich super gerne anfixen lasse. Nicht jeder Klappentext kann mich einfangen und gerade dann, wenn ich unsicher bin, helfen mir Spoiler sogar, eine Entscheidung zu treffen, ob ich dieses Buch lesen möchte, oder nicht.
Ich bin also ein Fan des freiwillig gespoilert werdens, sofern ich selbst entscheiden kann, was ich wissen möchte und was nicht. 
Wenn ich den Klappentext oder die Rezension lese, dann ist es meine Schuld. Wenn jemand aber die Rezension ohne Spoilerwarnung schreibt und ich es dann lese, dann kann ich es nicht kontrollieren und ich werde unfreiwillig gespoilert, was für mich dann auch wiederum recht ärgerlich ist. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

Fazit ist also, es kommt immer darauf an, wie man Spoilern gegenüber eingestellt ist. Die Betonung sollte hier aber auf freiwillig spoilern lassen und unfreiwillig gespoilert werden liegen.
Nicht jeder will gespoilert werden und das sollte man besonders in Gesprächen und Rezensionen respektieren.
Egal wie man selbst den Spoilern gegenüber eingestellt ist, sollte man die Meinung anderer immer akzeptieren und berücksichtigen.
Nicht jeder möchte den Plottwist kennen, ehe er das Buch gelesen hat. 

Kommentare

  1. Toller Beitrag ❤️
    Werde dich bei mir auch mal verlinken.

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    1. Deiner war so gesehen fast der Anlass dafür :D Gerade weil wir uns jetzt so gut ergänzen ♥

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  2. Hey Anna ,

    Toller Beitrag! Aber du hast es etwas damit, dass am Ende alle sterben oder? ;)

    Ich bin allerdings auch so, dass ich nichts gegen Spoiler habe, die Neugierig machen oder mir ein Gefühl für die Geschichte geben können.

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    1. Ja 😂 das spoilert am wenigsten, ohne explizit ein Buch zu benennen. Dann sind sie halt lieber alle tot.

      Geht mir aber genauso. Solange ich nicht unfreiwillig alles erfahre von A bis Z, finde ich Spoiler sogar sehr anregend

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