"Muss das denn sein?", Do´s und Dont´s des Bloggerdesigns

April 23, 2017


Ich glaube, ich habe mir über dieses Thema erst wieder richtig Gedanken gemacht, als ich den Beitrag von Nicci von Trallafitti Books darüber gelesen habe, was sie an Blogs stört.
Es wirklich mehr als gelungener Beitrag, der meine Gedanken zu diesem Thema wirklich gut wiederspiegelt,
Irgendwann, zwischen "Die drei ???" hören und gebastel mit Photoshop bin ich auf Blogs, aber vor allem auch auf Facebook über Dinge gestolpert, die mir persönlich immer auf den Magen schlagen.

Das Ganze soll weder eine Belehrung werden, noch arrogant oder gar herablassend klingen, dennoch finde ich es wichtig, es anzusprechen.
Wer wenn nicht Gleichgesinnte kann das Ganze verstehen?
Also legt das Ganze hier nicht auf die Goldwaage, denn jeder kann und darf eine ganz andere Meinung dazu haben.


Beginnen wir zunächst mit dem eigenen Blog.

Das Impressum
Der wohl wichtigste Bestandteil eines jeden Blogs. Ja, ihr Lieben, jeder Blog braucht normalerweise ein Impressum. Die Pflicht dazu gibt es bereits seit 1997, denn dem Leser oder Nutzer der Seite sollte klar werden, wer der Betreiber der Seite ist. Seit 2007 durch das Telemediengesetz (kurz TMG) geregelt.
Wer braucht kein Impressum? All diejenigen, die ihren Blog aus persönlichen oder familiären Gründen führen.
Was bedeutet nun aber persönlich? Das Gestz ist, wie man so schön sagt, eher schwammig.Klar ist jedoch, dass privat und familiär sich auf das persönliche Umfeld beziehen. Wer also nur Freunde und Familie anspricht mit dem, was er dort betreibt, ist nicht zwangsweise Impressum pflichtig.
Sobald aber mehr als diese Menschen angesprochen werden, es reicht quasi einer aus, den der Blogger nicht kennt, muss ein Impressum gegeben sein.
Das heißt erstmal, dass jeder Blogger mit einer Community oder Lesern dahinter ein gültiges Impressum braucht.

Was gehört nun alles hinein? Laut § 5TMG und § 55 RStV
• Vollständiger Vor- und Nachname
• Die vollständige Postadresse (Anschrift und Ort)
• Eine gültige Email
• Berufsbezeichnung
• Telefonnummer
• Ust-Nummer
- Ein Postfach ist leider nicht ausreichend...
Wenigstens Anschrift und Email sollten vorhanden sein, damit im Falle eines Falles der Blogger erreichbar ist.
Was tun, wenn man aber genau diese Angaben nicht im Netz haben möchte? Fraglich, eine direkte Lösung gibt es nicht und auslassen führt rein rechtlich auch nicht zu dem gewünschten Erfolg.
Ich persönlich habe bis jetzt noch keine negativen Erfahrungen mit meiner Adresse im Netz gemacht, aber das kann jeder nur für sich selbst entscheiden.
Rein rechtlich ist nur ein gültiges Impressum wasserdicht.

Außerdem sollte das Impressum leicht und einfach zu finden sein. Keine großartigen Klicks, einfach am besten eine sichtbare Seite auf dem Blog anlegen -fertig.

PS. Im Übrigen sollten auch hier Schriften und Bilder nachgewiesen werden, sofern ihr welche auf euren Headern verwendet habt, oder schreibt diese generell unter/auf das Bild.

Quelle: checkdomain 
Weitere Infos unter: e-recht24


Farbwahl und Aufbau
Ein Punkt, bei dem viele sagen: Auf den eigenen Geschmack kommt es an.
Jaein. Klar, sollte der Blog zunächst einem selbst gefallen, denn wir sind diejenigen, die sich diesen Blog weitaus öfters angucken, als jeder andere sonst.
Andererseits muss der eigene Geschmack nicht immer den der anderen treffen und kann auch dafür sorgen, dass ein Blog direkt wieder verlassen wird.
Was ich damit meine?
Knall rosa Hintergrund kombiniert mit gift grün und zig bunten Bildchen, lässt vielleicht auf den gewünschten Effekt hoffen.
Legt euch auf ein Farbschema fest.
Wenn ihr zum Beispiel blau habt, könnt ihr mit orange sehr gut arbeiten. Bei Pink könnt ihr das Ganze entschärfen, indem ihr mit schwarz oder grau dagegen arbeitet, aber bitte bitte kombiniert nicht Farben miteinander, die so gar nicht mit einander in einer Tabelle harmonieren.
Der Pfeil auf dem Farbkreis soll ein Mal die klassischen Komplementärfarben verdeutlichen. Ihr wollt die Leser anlocken und nicht mit lautem Gebrüll und einem Hammer hinter ihnen herlaufen, oder?

Des Weiteren versucht animierte Hintergründe zu vermeiden. Süß finde ich es ja, wenn animierter Schnee auf der Startseite fällt, aber doch bitte nicht überall. Der Fokus sollte nicht vom Beitrag auf den Hintergrund rutschen.

Der Aufbau einer Seite.... Nicci hat es gut erwähnt, zu viele Widgets in der Sidebar. Alles kann, nichts muss und weniger ist manchmal mehr sind hier wohl die Schlagworte.
Der Fokus auf eurem Blog sollte immer noch auf den Beiträgen liegen. Besucht eure eigene Seite mal ein paar Tage nicht oder fragt andere, wo ihr erster Blick hingeht, wenn sie eure Seite aufrufen. Zur Sidebar? Dann ist dieser Aufbau nicht unbedingt der idealste.
Es sollte das Wichtigste dort zu finden sein.
Wer seid ihr, die Suchleiste, wo seid ihr zu finden, was gibt es für neue Themen/neue Posts/interessante Beiträge, welche Bücher lest ihr gerade, das Archiv, Folowerbutton (ganz wichtig... wie will man sonst über neues informiert werden).
Ihr müsst nicht alle letzten 50 Rezensionen aufzeigen, die letzten 5 tun es vielleicht auch...
-So einfach wie möglich.
Niemand möchte sich durch einen Urwald an Klicks kämpfen, ehe er dort hingelangt, wo er hin wollte.
Richtet das Menü so ein, dass es übersichtlich und klar strukturiert ist und formuliert klare Überschriften, nichts ist blöder als auf Rezensionen zu klicken und die Currenty Readings zu finden.
OH, ganz wichtig. Einen Homebutton. Wie soll man sonst ohne ihn zurück zur Startseite gelangen? Ich hänge auf einigen Seiten auf einem Beitrag fest und komme nicht mehr zurück...
Aber dies ist wie das Thema mit der Farbe eine Frage des Geschmacks. Ich kann hier nur aufzeigen, was ich an meiner Stelle vermeiden würde.
Bildquelle: Bilder-plus

Die Schrift 
Auch hier gilt: So leserlich wie möglich. Vermeidet zu viele schnörkelige Schriften, nur weil ihr wisst, was dort steht, wissen es nicht die anderen, die einen Beitrag lesen wollen.
Schön finde ich zum Beispiel Menus, die die gleiche Schriftart haben wie die Überschriften der Posts. So greift man eine Schriftart auf, ohne direkt zu wirr zu werden, oder verwendet eine Schriftart für alles und variiert mit der Größe. Dort sind euch keine Grenzen gesetzt.
ABER: Werdet nur nicht zu klein. Wer eine Lupe braucht, um eure Menüpunkte zu lesen, wird vermutlich sagen: Ja, also das ist definitiv zu klein, oder ich werde zu alt.
Eine zu kleine oder zu verschnörkelte Schrift kann auch nachher sehr anstrengend für die Augen werden. Genauso kann aber auch eine zu große Schrift dafür sorgen, dass die Leser viel zu viel scrollen müssen.
Die Mischung machts, ist hier wohl ein großes Stichwort.

Der Header
Repräsentiert nicht nur euch, sondern auch euren Blog. Hier kann ich immer wieder nur betonen, wer es selbst nicht ausprobieren möchte, sollte es entweder einfach halten, oder machen lassen.
Nichts ist schlimmer, als ein Bild aus Google zu verwenden, oder Bilder ohne Nachweise/Herkunft.
Und bitte denkt dran, dass auch deviantart Nachweispflichtig ist. Auch hier stehen Rechte zur Nutzung in den Profilen, oder unter dem Bild und nicht alles hier ist nutzbar.
Wer sich also nicht sicher ist, fragt im Zweifelsfall nach, oder nutzt es gar nicht erst.
Bilder sind nämlich Urheberrechtlich geschützt. Gebt also an, woher ihr ein Bild habt, wenn ihr es verwenden wollt und seid euch sicher, dass es verwendet werden darf.
Wichtige weitere Dinge: Was soll auf eurem Header zu sehen sein?
Da der Header quasi das erste ist, was von den anderen gesehen wird, sollte es so professionell und aussagekräftig wie möglich sein - wobei euch hier nur von der Fantasy Grenzen gesetzt werden.
Tobt euch aus, lasst die Gedanken fließen und dann habt ihr auch irgendwann einen klaren Plan, was und wofür der Header stehen soll. (Bitte lasst von dem selber basteln die Finger, wenn ihr euch selbst nicht zutraut Dinge mit Gimp oder Photoshop richtig auszuschneiden... nichts ist schlimmer, als unsaubere Kanten, die wir nicht mal auf einem Cover mögen..).
Ansprechend ist wohl der richtige Begriff.
Wichtig ist, dass die Farben und die Schrift nicht komplett an allem vorbei gehen, was bis jetzt auf eurem Blog zu finden ist. Verwendet also kein lila, wenn ihr zuvor mit rot und blau oder grün gearbeitet habt. Hervorhebungen sind super und auch gewollt, wollten jedoch nicht den Touch "zu viel" erhalten.
Passt also entweder euren Blog an den Header, oder den Header an den Blog an, damit eine klare Symbiose entsteht (Biologie sei Dank, konnte ich dieses Wort nun ein Mal benutzen).

Wiederkehrende Elemente
Gibt es etwas, was ihr mit euch oder eurem Blog verbindet? Was im Header auftaucht und sonst vielleicht auch etabliert werden soll?
Gemeint ist hier zum Beispiel ein Tier, wie bei mir der Fuchs, oder die Watercolor Optik.
Eine einheitliche Optik kann auch durch so etwas erzeugt werden. Verwendet für Buttons zum Beuspiel einen Watercolor Hintergrund, wenn ihr diesen in ähnlicher Weise im Header verwendet, oder greift andere Elemente des  Headers/Blogs auf, die sich wiederholen.
So schafft man eine weitere schöne Harmonie.
Auch Bilder in Posts können eine solche Harmonie darstellen, wenn gleiche/ähnliche Stile verwendet werden.
Ansonsten sind euch auch hier keine Grenzen gesetzt. Alles ist möglich.
Verziert nur bitte nicht alles mit Schnörkeln oder anderen bunten (am besten nicht in 30 verschiedenen) Farben. Abweichungen von der Hauptfarbe, klar. Aber bitte dann nicht von grün zu rosa und dann zu rot wechseln. Das kann schnell im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen.


PS. und nein, alles zu beglitzern hilft leider auch nicht, lasst das arme Einhorn in Ruhe.

Ich hoffe, ich konnte euch jetzt ein wenig helfen und zeigen, wo vielleicht manchmal die "Gefahren" lauern, die man selbst gar nicht so wahr nimmt.
Habt ihr Interesse an einer Reihe dazu? Denn es gibt noch so viele Elemente beim Design, aber auch beim Bloggen, die man nie tot kauen kann und ich hätte echt Lust auf so etwas.


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12 Kommentare

  1. Hey Anna,
    das hast du sehr schön und verständlich geschrieben.
    Ich finde das sind wichtige Gründe, besonders für Neu-Blogger. Aber auch für Alt-Blogger kann dies sehr Hilfreich sein.
    Drück dich <3
    Lea

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    1. Jaa, egal ob jung oder alt, man lernt wohl nie aus 😂

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  2. Hi,

    der Beitrag ist super und total hilfreich. Mit den Schriften wusste ich z.B. bis vor einigen Tagen ja auch überbaupt nicht.

    Lg

    Steffi

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    1. Ich habe das auch erst dieses Jahr gemerkt, als ich mich wirklich mal mit dem Design auf dem Blog beschäftigt habe :D man lernt halt nie aus!

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  3. Super Beitrag <3
    Danke fürs Erwähnen!

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  4. Huhu!
    Danke für diesen inspirierenden Beitrag. Habe tatsächlich keinen Homebutton. Denn man kommt durch den Header auf die Startseite. Und Telefonnummer hab ich auch nicht angegeben. Aber geschrieben, dass ich sie bei Nachfrage rausgeben würde. Sollte ich wohl unbedingt ändern... wünsch dir noch einen schönen Wochenstart! :D LG, Sara (Tastenklecks)

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    1. Heeey :)

      Ja die Telefonnummer habe ich auch nicht angegeben, aber solange Adresse und gültige Mail da stehen, erreicht man dich ja auf 2 Wegen und das sollte eigentlich ausreichen:)

      Ja genau, bei manchen klappt das Klicken auf den Header nur nicht und dann kommt man nie wieder von der Seite weg... NIE WIEDER 🙈

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  5. Wahre Worte :D kann ich dir zu 100% zustimmen :D Manchmal schlage ich auch die Hände über den Kopf zusammen... aber denke solche Posts helfen, denn nicht jeder weiß so Dinge ♥

    PS: Ich plane ja seit einigen Wochen auch so Posts (Blogger ABC), da greife ich das Thema auch auf. Hätte da die selben Punkte aufgezählt... hoffe das kommt jetzt nicht doof >___< wusste ja nicht, dass du auch sowas schreiben wirst :D

    lg
    Sinah

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    1. Doch, Sinah, total doof 😂 Nein Quatsch, die Punkte kommen bei solchen Themen wohl immer wieder hoch, als fühle die frei, sie zu posten.
      Je mehr Leute so was machen, desto besser! :3

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  6. Hallöchen,
    dieses Thema geht momentan ja wirklich durch die Bloggerwelt. Und ich finde es auch wirklich interessant, gerade weil einem selbst ja auch viel auffällt.

    Dass du das mit dem Impressum erklärst, finde ich super! Es gibt einfach ultraviele, die das nicht wissen oder beachten. Ich hatte davon am Anfang meiner Bloggerzeit auch absolut keine Ahnung.

    Dein Pink-Giftgrün-Beispiel ist gut gewählt. Das sieht man ja tatsächlich sehr oft. Und ich gehöre da zu den Menschen, die solche Blogs direkt wieder schließen. Generell kann ich Blogs mit anderer Schriftfarbe als Schwarz nicht so leiden. Da tue ich mir schwer beim Lesen.
    Diesen animierten Schnee finde ich aber furchtbar. Egal, ob er nur auf der Startseite ist oder überall. Ich mag ihn nicht. Und auch diese animierten Mausanzeiger gefallen mir nicht.

    Liebste Grüße
    Kate ♥

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  7. Guten Morgen

    Ein interessanter Beitrag :) Natürlich ist die Aufmachung Geschmackssache, aber ja, weniger ist manchmal mehr.
    Bei mir gelangt man durch einen Klick auf den Header zur Startseite, die Verlinkung kontrolliere ich auch immer wieder mal - es ist so schnell mal eine Verlinkung kaputt o.ä.
    Zum Thema Impressum möchte ich noch anmerken: Ja, das ist verdammt wichtig - aus rechtlicher Sicht. ABER für alle Blogger aus der Schweiz; im Moment herrscht bei uns erst Impressumspflicht, wenn man etwas (Ware oder Dienstleistung) zum Verkauf anbietet. Ansonsten ist das Gesetz in der CH noch nicht so weit. Wer sich für den dazugehörigen Gesetzestext interessiert, findet ihn bei mir auf dem Blog im Impressum. Ja genau, ich hab mir trotzdem ein Impressum gemacht ;)

    Liebe Grüsse
    Katy

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