Warum man dieses Buch gelesen haben sollte

Kennt ihr diese Bücher, bei denen ihr den Klappentext lest und euch denkt: Okay, klingt ganz gut und irgendwie nach meinem Geschmack, aber...?
Dieses kleine Aber, diesen kleinen Widerstand wollen wir heute mit diesem Text auslöschen.

Warum solltet ihr Phoenix- Tochter der Asche aus dem Papierverzierer Verlag gelesen haben?

Auch ich war jemand, der den Klappentext gelesen hat, nachdem Isabelle, die die Blogger des Papierverzierers betreut, meinte, dass es wirklich lesenswert sei und eine Tour dazu geplant war, und gedacht hat: Okay, aber...
Nun gehöre ich zu der Fraktion: JEDER MUSS ES LESEN und warum? Das erfahrt ihr unter anderem hier, oder in der dazugehörigen Rezension: klicken sie nun hier.

Nun aber von Anfang an.



Einfach, weil...Hamburg

Allein als ich gelesen habe, dass das Ganze in Hamburg spielt und genau das meine zweite Heimat ist (weil ich dort studiere...), hat es mich gereizt dieses Buch zu lesen.
Hamburg in der Zukunft. Zerstört, zerrottet und doch immer noch...mein Hamburg. Die Elbe, die Brücken und hach, die Autorin hat es wirklich geschafft, alt Bekanntes mit etwas total Neuem zu mischen.
Auch wenn ich viele der Orte erkannt habe, war es doch auch irgendwie traurig sich vorzustellen, dass genau diese Schönheit nun einfach zerstört wurde.
Doch wer weiß schon, was die Zukunft bringt?
Mit Orten verbindet man Gefühle, Erinnerungen und Gedanken und genau so war es auch hier. Ich hatte das Gefühl, nach Hause zu kehren, ohne wirklich die Elbseite gewechselt zu haben und gerade das ist es, was nachher einen guten Schreibstil ausmacht.

Nicht zuletzt, weil die Autorin aus etwas mir Bekanntem eine komplett neue Welt gezaubert und ihre Figuren dort hineingesetzt hat, hat es für mich so einfach gemacht, diese Welt in mein Herz zu schließen, nein, sie hat es auch geschafft, Ecken und dunkle Geheimnisse mit Hamburg bei Nacht zu verknüpfen, so wie ich mir das Ganze in alten Cowboyfilmen immer vorgestellt habe.

Allein aus diesem Grund, weil es bei uns in Deutschland spielt und die Umgebung wirklich realistisch beschrieben ist, sollte man dieses Buch lesen und lieben lernen.

Dystopie, einfach Dystopie

Ich bin ein wirklich eingefleischter Dystopie Fan und gerade weil diese Elemente mit fantastischen verknüpft werden, finde ich es umso interessanter.
Das Ganze spielt zu einer Zeit nach dem "großen Experiment", als die Saiwalo haben die Herrschaft übernommen, die Seelenlosen müssen ausgelöscht werden (siehe hierzu den Beitrag einen weiter unten).
Wer sind die Saiwalo und was wollen sie? Warum das große Experiment und was verbirgt sich dahinter? Ein zerstörtes Hamburg? Sieht die ganze Welt so aus, oder nur einzelne Teile?
Als Leser wird man in eine Welt hineingeworfen, die es zu entdecken gilt und gerade das Rätselraten macht Spaß. Hat man eine Idee, wird diese direkt durch die Figuren verworfen und neue Gedanken tauchen auf. Doch warum das Ganze?
Was ist der Sinn?
Ich kann euch versprechen, es wird in den ganzen Bänden nicht ein einziges Mal langweilig. Die Spannung und Aktion, wie man sie in einer Dystopie erwartet, sind definitiv gegeben, auch wenn diese Elemente der Dystopie eher eine zweitrangige Rolle spielen, was dem Lesen aber keinen Abbruch tut.

Eine Dystopie, die die Fantasyelemente so gut miteinander verknüpft, dass man diese glatt für möglich hält und sich selber die Frage stellt: Welches Wesen wäre ich wohl durch das "große Experiment" geworden?
Gerade diese Gedanken, das Rätselraten und die Pfade, die erst nach und nach miteinander verbunden werden, machen das Ganze zu einer unfassbar tollen Geschichte.
Phoenix und andere wundersame Tiere

Jeder Seelenlose, so werden diese Wesen übrigens genannt, ist bei dem "großen Experiment" entstanden. Die Gefühle haben sie zu dem gemacht, was sie nun sind. Ein Phoenix entsteht durch die Wut (Jep, an dieser Stelle wusste ich, ich wäre auch einer geworden). Diese Wesen sind selten, sehr selten. Warum weiß wohl keiner so genau, aber gerade das machte es so spannend. Im Verlauf des Buches und der ganzen Reihe erfährt man immer mehr Hintergrundwissen und setzt nach und nach de Puzzleteile zusammen.

Ich liebe Fabelwesen. Ohne Witz, ich habe Phoenix gelesen und gedacht: Okay, wie soll ein Tier, das eigentlich von der Wiedergeburt lebt, eine solch tragende Rolle spielen?
Und lasst euch sagen: Es kann und es wird.
Die Wiedergeburt spielt nämlich nur "nebensächlich" eine wichtige Rolle. Unsere Phoenix ist unsterblich, so wie man es sich bei einem Phoenix vorstellt - Tod, Wiedergeburt. Aber nicht nur das, sie kann dabei ganz viele tolle Dinge tun, während sie stirbt. Es ist nicht nur ein Sterben, sie erschafft sich quasi neu - Wie? Werden sich da Einige fragen - lest selbst, wenn ihr wissen wollt, was es mit Travis Magie auf sich hat und wie das Ganze mit der Wiedergeburt funktioniert.
Gerade diese Fragen und das gemeinsame mit Travi aufdecken wer sie eigentlich ist, hat die ganze Geschichte wirklich spannend gemacht.
Ich dickes thumbs up, dass zum einen für Fabelwesen, zum Anderen für diese ganz eigene Kreation des Ganzen.

Aber auch die Hexen sind ziemlich cool. Keine gewöhnlichen Hexen, mit lauter tollen Magischen kräften, sondern eher die, die Mixturen mischen und Zukunftsvisionen empfangen. Auch im ersten Teil machen wir Bekanntschaft mit so mancher Hexe und ich konnte Travis Vorsicht nur zu gut verstehen. Hexen sind schon zwielichtige Gestalten - ein Grund, warum ihr nie einer trauen solltet, wenn sie euch im Buch über den Weg läuft, wenn es Zeit ist, werdet ihr wissen, warum (Zitat Katharina).
PS. Hexen drücken sich leider immer sehr schwafelig aus und sagen selten das, was sie wissen und meinen häufig andere Dinge, als sie sagen.

Travi und andere Figuren

Oh, mein, Gott. Ich glaube, ich bin Travi Fan seit der ersten Minute. Taff und nicht unter zu kriegen und dennoch sehr gefühlsecht. Keineswegs eine "junge Dame" (sofern man jung sein kann, wenn man ewig lebt *hust*, sorry, Travi), die gefühlskalt oder engstirnig ist. Sie ist temperamentvoll, handelt aus dem Bauch heraus und macht Fehler... folgenschwere Fehler (hallo, das Ende war ja wohl mehr als krass...). Doch gerade das zeichnet sie aus, lässt sie daran erinnern, dass sie nicht perfekt ist und Fehler macht.
Gerade weil sie ihre Gefühle häufig zeigt, aus dem Bauch heraus handelt und gerne mal die Pferde durchgehen lässt, hat mich um ein weiteres Mal stark mit ihr verbunden.
Eine dynamische Figur, die nach und nach die Pfade zusammenführt und doch nie das große Ganze erkennt (wie Katharina sagen würde)- Menschlichkeit, bringt es dort wohl auf den Punkt.
Eine Figur, die sich definitiv in mein Herz geschlichen hat. Gerade aus diesem Grund musste ich die folgenden Bände ebenfalls lesen, da ich wissen musste, was früher mit Travi passiert ist, wie sie verwandelt wurde und was die Zukunft bringt, denn diese ganzen Andeutungen haben es wirklich nicht besser gemacht.

Und auch die Kerle dürfen natürlich nicht fehlen, Leon. Ein Mitarbeiter der Armee, darauf getrimmt, Wesen wie Travi zu töten. Und genau der soll ihr nun helfen, eine Mordserie aus ihrer Vergangenheit aufzuklären - ja, ne, ist klar.
Genau wie Travi konnte und wollte ich Leon nicht trauen - was sie an ihm findet, nun, das verstehe ich bis heute nicht, aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, ich stehe ja eh mehr auf die Bad Boys und die gibt es ab Band 2 definitiv *rawr-to be continued*.
Leon ist jemand, den man als Leser nicht einzuschätzen weiß und gerade das machte es für mich so spannend. Ich wollte ihm trauen, konnte es aber irgendwie nicht und im nächsten Moment wendete sich das Blatt.
Ja, die Autorin weiß definitiv mit den Figuren zu spielen, mein armes Herz.

Die ganze Kombination

Wie ich schon oben gesagt habe, fand ich die Mischung aus Dystopie und Fantasy wirklich "neu". Klar, kennt man die gewissen Elemente, die irgendwo/irgendwie immer auftauchen, aber hier werden diese Elemente definitiv neu verknüpft und gerade das fand ich so unfassbar genial.

Ihr wollt wissen wieso ihr dieses Buch lesen solltet? Weil die Mischung die richtige Würze hat. Es enthält Liebe, Fantasy und unerwartete Wendungen.
Es enthält Figuren, die so liebevoll gestaltet sind, dass man sie einfach nur ins Herz schließen kann (zumindest erging es mir so) und ich wollte unbedingt wissen wie das Ganze ausgeht.

Wollt ihr mit auf Travis Reise gehen? Dann solltet ihr dieses Buch unbedingt lesen und das ABER bei Seite lassen, denn es ist wundervoll und unfassbar berührend (und zeitgleich spannend).

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