Rezension| Physis - Sophie Hilger


Physis | Sophie Hilger | 400 Seiten | Eisermann Verlag
Print: 12,90 € Ebook: 3,99 € | Kaufen? Bei Amazon
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar



» Der Inhalt «

Eine verheerende Ölkatastrophe hat die Wasserreserven auf der Erde stark dezimiert und eine Zeit der Einschränkungen und Angst beginnt. Inmitten des Chaos ist die toughe Systementwicklerin Emma Winter an einem bahnbrechenden Projekt beteiligt, welches die Wasserbestände der Welt wieder auffüllen soll. Dass sie dabei in eine übermächtige Verschwörung hineingeraten ist, bemerkt sie viel zu spät. Eine Gruppe Terroristen will das Projekt mit aller Macht verhindern. Doch dann beginnen die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verschwimmen und vor Emmas Augen eröffnet sich eine neue, unbekannte Welt. Welches Geheimnis hütet der wortkarge Terroristenanführer Sean? Woher stammt die futuristische Ausrüstung der Männer? Und ist Emma bereit, für das Schicksal der Erde ihren moralischen Grundsätzen zu entsagen?
Quelle: Amazon.de

» Das Fazit «

Ich glaube bei diesem Buch habe ich vorwiegend mit offenem Mund da gesessen und die Seiten angestarrt, einfach weil ich mich gefragt habe, wie man auf solche Ideen kommen kann. 
Klar, ist das Thema Wasserknappheit nichts Neues und super aktuell. Gerade das hat mich vermutlich  so mitzittern lassen.
Zunächst hatte auch ich, wie viele andere Leser, meine kleinen Differenzen mit der Protagonistin. Sie wollte erstmal einen anderen Weg gehen als ich, oder ich bin einfach falsch abgebogen, ich weiß  es nicht. Doch nachdem  der Sprung ins kalte Nass geschafft war, taute die ganze Story auf. Anfängliche Bemerkungen bekamen auf ein Mal einen Kontext. Emma taute immer mehr auf (oder ich) und auch der Lesefluss hat mich gepackt, je weiter die Geschichte voran schritt. 
Alles, an das Emma glaubt, scheint jedoch nur die Oberfläche eines ganz großen  Fisches zu sein. Das Motto: Vertraue niemandem, bekommt hier wieder einen neuen Anklang. Dachte ich zunächst, dass die Charaktere mit mir arbeiten würden, entwickelte sich die Geschichte in so ungeahnte Richtungen, die ich nicht für möglich  gehalten habe.
Besonders gut hat mir die Verknüpfung menschlicher Facetten, Machthunger, Geldgier und Intrigen, mit fantastischen Elementen gefallen. Genau das macht für mich eine richtig gute Story aus.
Gerade dann, wenn die Charaktere leben und ich  als Leser den Eindruck habe, es wären meine Gedanken und nicht Emmas. Wenn ich auf ein Mal anfange an den ganzen Aal glatten Geschichten zu zweifeln. 
Was genau wollen sie wirklich  von mir, ich meine Emma? Wo genau liegt der Haken?
In einer Welt, die an Wasserknappheit  leidet, bekommt man nichts geschenkt, oder? Fragen über Fragen auf die ich erst im Verlauf Antworten bekommen habe und was für welche. 
Mein Mund steht immer noch offen. Fliegen ahoi.

Ich möchte aber ehrlich sein, für  mich ist es eine klare Leseempfehlung, man sollte sich auf diese Thematik mit diesem Realitätsfaktor und der drückenden Last der Wahrheit bewusst sein. Es ist keine Dystopie mit rosaroten Einhörnern und pinker Zuckerwatte. Es ist eine Story mit Tiefgang und Bewegung. Es hat mich noch Tage danach darüber nachdenken  lassen und mich dazu bewegt, vielleicht auch mal über meine Ökobilanz auf der Erde nachzudenken...

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