Warum manche Menschen schneller lesen, als andere...


Warum es uns manchmal schwer fällt, uns selbst einzugestehen, dass wir nicht die super schnellen Leser sind, für die wir uns gehalten haben.
Oder: Warum Einige schneller lesen, als Andere.

Ich selbst bin eine extrem langsame Leserin und warum das so ist, erfahrt ihr hier.



Das hängt im Großen und Ganzen damit zusammen, wie jemand liest und wie er den Text erfasst.
Erfasst er Wortgruppen oder einzelne Wörter. 
Denn: Wer jedes Wort einzeln liest, liest automatisch langsamer als diejenigen, die mehrere auf ein Mal erfassen.
Genauso ist es mit der Art des Lesens.
Scannt man den Text, also liest man von links oben nach rechts unten ohne wirklich zu verarbeiten, sondern filtert das Wichtigste hinaus?
Oder liest man direkt sorgfältig und verarbeitet und genießt während des Lesens alles?
Damit will ich keineswegs sagen, dass schnelle Leser automatisch weniger erfassen oder weniger eintauchen.
Nein. Denn dem ist nicht so.
Gleichermaßen gibt es neben den Langsamen und Sorgfältigen, sowie Scann-Lesern auch diejenigen, die schnell und präzise lesen können, Das hängt vor allem mit dem oben genannten Erfassen zusammen.
Liest man Zeichen für Zeichen? Wort für Wort? Oder ganze Wortgruppen?
Denn wer Zeichen für Zeichen liest, liest automatischen langsamer, dem fallen aber meistens auch die Fehler im Text auf. Während hingegen jemand, der Wort für Wort oder Gruppe für Gruppe liest auch vertauschte Buchstaben überlesen und diesen Worten den richtigen Sinn zuordnen kann.
Genauso ist es mit der Texterfassung. Suche ich, wie im Studium oder der Schule nach gewissen Aussagen im Text, oder möchte ich rein aus Spaß an der Freude alles lesen?
Wer nur gewisse Informationen sucht, überfliegt den Text mehr, als das er ihn liest, bis er die Informationen hat, die er braucht.
Jemand, der ein Buch zur Entspannung liest, liest dementsprechend automatisch ebenfalls langsamer, da dieser den kompletten Zusammenhang verstehen will und nicht nach einzelnen Informationen in einem Fließtext sucht. 
Wobei auch hier unterschieden werden muss. Denn ebenfalls beeinflussen Genre und Schreibstil, wie schnell oder langsam gelesen wird. Ist der Schreibstil flüssig und leicht zu lesen, geht dies automatisch schneller von der Hand, als ein Schreibstil, der anspruchsvoller ist. Ebenso ist die Handlung an sich wichtig. Quäle ich mich derweil durch? Oder macht es mir Spaß und kann ich direkt eintauchen? Dementsprechend ist nicht jeder Leser, der aus Spaß am Lesen liest mit jedem Anderem gleichzusetzen.

Welcher Lesetyp seid ihr?


Was aber, wenn man von Natur aus ein langsamer Leser ist, wie ich?
Dann sollte man vor allem auf die Umgebung, Position und Ablenkungen achten.
"Wie schnell lasse ich mich von Dingen, wie meinem Handy, ablenken?
Ist die Umgebung ruhig? Kann ich mich gut konzentrieren, oder laufe ich Gefahr, Sätze zwei oder drei Mal lesen zu müssen, ehe ich sie verstehe?"- Dinge, denen man sich unbewusst anpasst. Je lauter es ist, umso geringer ist nachher die Konzentration und umso eher bedeutet lesen dann Stress, was ja vermieden werden sollte. Schnelles Lesen kann also vor allem durch die ruhige und entspannte Atmosphäre gefördert werden. (Ich kann zum Beispiel auch nur Lernen, oder Dinge aufschreiben, wenn ich keine Musik höre. Das filter ich entweder direkt raus, oder bedeutet nur zusätzlich Stress....). Jeder Mensch ist anders. Dementsprechend sind auch die Toleranzgrenzen dort anders zu setzen und nicht auf jeden übertragbar. Für Einige geht Lärm erst in einem Fußballstadion los, für Andere sind sogar schon Vogelstimmen Belästigung (wie für mich :D).


Das A und O dabei ist, dass man sich trotz Lärm oder Störungen auf eine Sache konzentrieren kann- zum Beispiel im Zug lesen. Dort filtert das Gehirn automatisch unwichtige Informationen aus dem Gehirn, wie die Gespräche oder Telefonate (kein Muss...aber definitiv vorteilhaft).
Genauso ist es mit dem Handy. Wobei das eine weitaus größere Anziehung auf uns hat, als der "Lärm" im Zug.
Wenn es still ist oder wir Beschäftigung benötigen, greifen wir meistens zum Handy. Das Kommunikationsmittel nach außen.
Ich erwische mich selbst immer wieder dabei. Ich möchte lesen und daddel trotzdem erst Mal eine halbe Stunde quer durchs Internet. Stalke Menschen auf Facebook. Gucke mir neue Fotos auf Instagram an oder Videos auf YouTube.
Manchmal muss man sich dementsprechend auch mal dazu zwingen, das Handy in die letzte Ecke seines Raumes zu räumen (auch wenn das Phänomen nicht auf alle zutrifft).
Denn ohne Ablenkung liest man wesentlich flüssiger und schneller.
Vor allem im Zug lese ich zum Beispiel so viel wie sonst nie.
Kein Netz-Kein Handy-Keine Ablenkung.
Genauso können aber auch Fernsehr und andere elektronische Geräte Ablenkung bedeuten.
Zum Teil reichen aber auch schon To-Do-Listen, die man immer im Hinterkopf hat und dementsprechend nicht 100% beim Lesen ist, sondern schon weiterplant und sagt: Gelesen wird bis 15 Uhr. Dann mach ich dies das jenes. Das fördert vor allem den Druck und das Unwohlsein, weil man weiß, dass noch so viele Dinge erledigt werden müssen.... (zumindest ist es bei mir 100%tig so). 


Neben der Umgebung und der Art des Lesens spielt das mitsprechen eine wichtige Rolle.
Wir sprechen alles (bewusst und unbewusst) im Kopf mit, um nachher den Sinn eines Satzes besser erfassen zu können.
Wenn wir einen Text scannen, erfassen wir dementsprechend einzelne Wörter und Wortverbindungen. Nicht aber den kompletten Sinn eines gesamten Satzes.
Wer also weniger vokalisiert, liest auch schneller, als jeden einzelnen Buchstaben oder jedes einzelne Wort im Kopf nachzusprechen.
Wer also Wörter zu Gruppen zusammenfasst, umgeht auch das "Problem" mit dem Nachsprechen im Kopf.
Das klingt jedoch komplizierter als es ist. Das wichtigste ist, regelmäßig zu lesen und sich selbst nicht unter Druck zu setzen, wenn man schneller lesen lernen will.
(Alles eine Frage der Technik...ich spreche zum Beispiel jedes einzelne Wort mit...dementsprechend lese ich dort viel langsamer, als jemand, der das nicht macht).


Ich habe mir selbst eingestanden, dass ich eine sehr langsame Leserin bin und keine 10 Bücher in einem Monat schaffe und das ist ok.
Derzeit versuche ich jedoch genau die Ablenkungen abzuschaffen und das Handy einfach mal wegzulegen....nur um zu sehen, wie viel Unterschied das nachher tatsächlich macht, denn so zum Vergleich: Im Zug schaffe ich 20-25% eines Ebooks. Zu Hause lese ich vielleicht 10% tagsüber.

Es ist also vollkommen ok, langsam zu lesen. Es macht niemanden zu einem schlechteren Menschen und vergleicht euch nicht mit Anderen. Das führt meistens zu einer depressiven Stimmung :D

Kommentare

  1. Super geschrieben! �� habe mal schnell drüber gelesen und kann sagen... Hehe, Spaß! �� Stimme dir da vollkommen zu. Ich erwische mich auch ständig dabei, wie ich vor dem Lesen erst mal stundenlang am Handy stöbere und auch beim lesen total abgelenkt bin durch das Blinken. Da möchte ich demnächst echt mal drauf achten und mich nicht so leicht ablenken lassen.
    LG Nicci ❤ (Nicci Trallafitti)

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    1. :D :D Ja, Handys sind schrecklich schöne Erfindungen. Manchmal möchte ich das Ding einfach wegschließen und nie wieder hervorholen :D

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  2. Sehr schön geschrieben <3
    Ich bin glaube ich so eine Mischung aus schneller und langsamer Leser. Allerdings lese ich auch keine 10 Bücher im Monat, momentan bin ich froh wenn ich 1-2 schaffe, denn irgendwie fehlt mir im Moment die Motivation zu lesen.
    Und ich gehöre auch eindeutig zu den Menschen die sich schnell ablenken lassen, vorallem durch das Handy. Da liest man und das Handy vibriert weil man eine Whats App Nachricht bekommen hat und dann wird erst mal nachgeschaut. Und Schwups schon habe ich vergessen in welcher Zeile ich nun war also wird die Seite meistens oben nochmal angefangen und wenn ich merke "Oh das hast du vorhin schon gelesen", dann überfliege ich die Zeilen so lange bis ich an der Stelle angekommen bin, wo ich stehen geblieben bin, bevor ich das Handy in die Hand genommen habe.
    Vielleicht sollte ich das nächste mal wenn ich wirklich in Ruhe lesen will das Handy abschalten.
    Ich lese auch meistens in der Badewanne, da läuft dann nebenbei zwar noch das Radio aber irgendwie schalte ich das im Kopf aus und bin dann voll drin im Buch, da wird so mal eben Baden auch etwas länger :D
    Aber danke für diesen tollen Beitrag <3
    LG
    Jasmin <3(BookDreams4Everyone)

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    1. Das könnte 1 zu 1 ich sein 😂 geht mir genauso 😍

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  3. Huhu!

    Ich war früher ein totaler Blitz-Leser, aber ich habe mir im Laufe der Jahre das langsame Lesen antrainiert, denn ich möchte den Text ja auch genießen. :-) Inzwischen lese ich wirklich sehr langsam, da ich aber auch viel Freizeit habe, bin ich zufrieden damit, wieviele Bücher ich in einem Monat schaffe!

    Tja, eigentlich wollte ich heute einen reinen Lesetag einlegen, und was mache ich? Ich verdaddele Zeit im Internet...

    LG,
    Mikka

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