Rezension| Der Tanz ums Ich- Risiken und Nebenwirkungen der Psychologie


Der Tanz ums Ich | Risiken und Nebenwirkungen der Psychologie | Jens Bergmann | 240 Seiten | PantheonVerlag 
Print: 14,99 € Ebook: 11,99€ | Ansehen? Bei Amazon
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar





» Der Inhalt «

Die Psychologie auf der Couch
Wer bin ich? Und warum bin ich, wie ich bin? Was geht in mir vor und was in den anderen? Diese Fragen bewegen uns, weil uns unsere Mitmenschen rätselhaft erscheinen und weil es uns mit uns selbst häufig nicht anders ergeht. Aufklärung und Hilfe verspricht die Psychologie. Sie ist die Religion unserer Zeit. Wie sie es so weit bringen konnte, auf welchem Mythos sie beruht und wie das Geschäft mit ihr funktioniert, zeigt dieses Buch: Es klärt auf über die Risiken und Nebenwirkungen der populärsten aller Wissenschaften.
Psychologen fühlen sich in allen gesellschaftlichen Sphären für alles zuständig. Sie behaupten, Intelligenz messen zu können ebenso wie Persönlichkeit und Kreativität. Sie deuten Emotionen, geben Anleitungen zu glückender Kommunikation und Selbstmanagement. Sie konstruieren Tests zur angeblich optimalen Online-Partnerwahl, sagen uns, wie wir unsere Ehe führen, unsere Kinder erziehen und welche Ziele wir im (Berufs-)Leben anstreben sollen. Psychologen diagnostizieren, ob wir normal sind oder nicht, und geben unseren Leiden einen Namen: vom posttraumatischen Stress- über das Messie- bis hin zum Burnout-Syndrom. Die Psychologie spendet einerseits Trost und nimmt uns andererseits an die Kandare. Jens Bergmann schildert, was den Reiz dieser Disziplin ausmacht und mit welchen Folgen der Glaube an sie verbunden ist. Er enthüllt das Grundproblem des psychologischen Denkens: Niemand kann anderen Menschen in den Kopf schauen. Von der Legende, es doch zu können, lebt eine ganze Industrie. 

Quelle: Amazon.de

» Das Fazit «

Klingt spannender, als es in Wirklichkeit ist. Ja, es klingt hart.
Allerdings habe ich mir von dem Buch anfangs irgendwie mehr versprochen... 
Was habe ich mir drunter vorgestellt? Eine gute Frage. Vermutlich habe ich durch das Cover erwartet, dass ein studierter Psychologe weniger auf der Geschichte herumreitet und mehr zu der Thematik in der heutigen Zeit erzählt. Vor allem, weil das Cover weniger an ein normales Wissenschaftsbuch erinnert. 
Vielleicht habe ich gehofft, eine interessante und spannende Wissenschaft vorzufinden, doch alles, was ich zum großen Teil bekam, war Geschichte der Psychologie und wie sie sich bis heute entwickelte. Klar, ist dies wichtig und vor allem dann, wenn man die Entwicklung bis heute verstehen möchte.
Nachdem jedoch der vierte oder fünfte Name zum Thema Psychologie gefallen war, wusste ich schon nicht mehr, wer jetzt überhaupt wirklich relevant und wer nur nebenbei erwähnt war.
Die Geschichte der Psychologie war für mich anfangs wirklich der Moment, in dem ich zum ersten Mal überlegt habe, ein Buch abzubrechen... doch es komm Erstens anders und Zweitens als man denkt.

Hat man diesen Schock überwunden, und ja es war zum Teil wirklich sehr trocken, wurde das Buch richtig interessant. Die kritischen Aussagen untermauert der Autor mit Fakten und Beispielen, die das Ganze veranschaulichen und greifbarer machen.
Vor allem interessant war dann, wie die Psychologie durch einzelne Personen verändert und vorangetrieben wurde. Kritisch und ernst, gemischt mit einem Hauch von Humor, war dann das, was mich zum Weiterlesen ambitionierte und mich letzten Endes überzeugte.
Denn der Anfang mit der Geschichte der Psychologie war mir persönlich zu "lang" und zu trocken. 
Jedoch irgendwo notwendig, um die folgenden Argumentationen und kritischen Aussagen letzten Endes vollends verstehen zu können.

Abgesehen von diesem Kritikpunkt, hat mir das Buch besonders sprachlich sehr gut gefallen. Psychologen neigen zum Teil dazu, zu viele Fremdbegriffe zu benutzen, die dem otto Normalverbraucher nicht unbedingt geläufig sind.
Doch diese Befürchtung blieb unbegründet. Jens Bergmann schafft es, ein relativ trockenes Thema doch interessant und human zu erklären. 
Der Schreibstil war dementsprechend locker und sehr flüssig zu lesen. 

Letzten Endes konnte es mich dementsprechend doch noch überzeugen, auch wenn ich mich persönlich anfangs ein wenig durchquälen musste, was vermutlich an der falschen Vorstellung lag, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatte...

Von mir gibt es dementsprechend:

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